AKTUELLES AUS DEM KUNSTFORUM
Wichtige Termine im Jahr 2026 für Mitglieder und Kunstfreunde:
19. September: Jubiläumsfeier 40 Jahre Kunstforum im Landgasthof/Scheune Neubauer
10. Oktober: Kunstreise per Bus zu den Museen Würth in Künzelsau
Eine erfolgreiche Premiere für das Kunstforum Seligenstadt: Unter dem Motto „Kinder Klang Kunst“ fand während der Weihnachtsferien 2025/26 ein dreitägiger Workshop im evangelischen Gemeindezentrum statt.
Es ertönten teilweise höchst unkonventionelle „Klangkörper“ aus Papp- und Blechschachteln oder mit Glasperlen und Kieseln gefüllte Plastikflaschen und im Gegensatz dazu sehr melodische Gitarrenklänge von Musikpädagogin Sophia Behr – sie inspirierten die Kinder zu ihren Kunstwerken. Kunstpädagogin Nadine Hochrein führte sie an mehrere verschiedene Kunsttechniken heran, denen sich die Kinder mit Begeisterung widmeten. Am Nachmittag des letzten Tages kamen die Eltern zur Ausstellung der höchst bemerkenswerten Kunstwerke, konnten dabei den Gitarrenklängen lauschen und den Podcast anhören, der während dieser drei Tage zusammengestellt wurde. Fazit: Sowohl Kinder als auch Eltern und die Betreuerinnen dieser Veranstaltung hatten jede Menge Spaß daran, sich gegenseitig zu inspirieren und Neues kennenzulernen!
Das Foto zeigt links neben den Kindern Nadine Hochrhein, rechts (mit Mundschutz) Sophia Behr und Vereinsvorsitzende Anne Kaiser-Kolb.

Kunstforum Jahresmitgliederversammlung 2026
Konkurrenz und Kosten wachsen, Mitglieder werden älter und die Aktiven weniger, wie bei den meisten anderen Vereinen auch. Doch trotz diverser Schwierigkeiten hält das Kunstforum Seligenstadt e.V. die Kunst- und Kulturfahne nach wie vor hoch, denn in diesem Jahr werden 40 Jahre Kunstforum gefeiert!
Erste Erfolge bei den 2025 angekündigten Vorhaben zur Gewinnung jüngerer Mitglieder erzielte das Kunstforum Seligenstadt e. V. im letzten Geschäftsjahr. So wurde zum Beispiel die digitale Präsenz des Vereins verstärkt und ein neues Kommunikations-Konzept umgesetzt; die Web-Site wurde neu gestaltet und Social Media-freundlicher, sagte Vorstandsvorsitzende Doris Heintschel auf der Mitgliederversammlung am 29. April in Klein´s Brauhaus. Davon konnten sich die Teilnehmer der Versammlung direkt überzeugen.
Angebote für Kinder gut angenommen
Die neuen Angebote für kunstinteressierte Kinder und Jugendliche wurden gut angenommen und so sollen die Aktionen unter der Bezeichnung „Kinder Klang Kunst“ weiter fortgesetzt werden. Hinzu kamen einzelne kurze Projekte, Galeriebesuche und Podcast-Aktionen, die nach den Worten der zweiten Vorsitzenden Anne Kaiser-Kolb nicht zuletzt in Kooperation mit Schulen erfolgreich umgesetzt wurden. Die Angebote für Kinder brachten zwar noch keine neuen Mitglieder, doch möchte das Kunstforum auf längere Sicht die Aufmerksamkeit junger Menschen gegenüber Kunst und Kultur stärken. Neue Mitglieder brachte insbesondere das Improvisationstheater des Theaterensembles, so dass die Mitgliederzahl des Kunstforums auf heute 212 gestiegen ist. Auch vom diesjährigen Tag der Vereine, an dem man 2025 schon teilnahm, erhofft man sich neue Impulse.
Große Feier zum 40-jährigen Bestehen
2026 besteht das Kunstforum nicht weniger als 40 Jahre und das soll gefeiert werden! Doris Heintschel kündigte ein großes Fest an, das am 19. September in der Event-Scheune des Landgasthofs Neubauer stattfinden wird. Die Gäste werden hier nicht nur kulinarisch verwöhnt – musikalisch einheizen wird die Band Saxpower. Humoristisch-musikalisch gestalten Sabine Fischmann und Ali Neander ihren Auftritt und als „Fromme Helene“ von Wilhelm Busch wird Pirkko Cremer glänzen.
Raumprobleme
Seit 30 Jahren ist das Kunstforum Mieter des Alten Hauses. Hier veranstaltet die Galeriegruppe jährlich vier Ausstellungen. Nun hat der Eigentümer den Verkauf des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes angekündigt. Der Verein hofft, mit einem neuen Eigentümer eine ähnliche Mietvereinbarung treffen zu können. Wenig erfreuliche Entwicklungen ergaben sich bei den Spielorten der Musik- und Theateraufführungen. Der so beliebte Schalander der Glaabsbräu ist schon lange geschlossen, andere sind zu teuer geworden. Vermehrt wird der Jakobssaal genutzt. Wünschenswert wären ein ständiger Veranstaltungsraum mit fester technischer Installation insbesondere für die Gruppe Musik, Kleinkunst und Literatur sowie preisgünstiger Probenraum für das Theaterensemble.
Attraktive Ausstellungen
Zwischen 1300 und 1400 Interessenten besuchen jährlich die Ausstellungen der Galerie Kunstforum im Alten Haus, darunter viele Schüler/innen, berichtete Ruth Wahl als Sprecherin der Galeriegruppe. Vornehmlich aus Alters- und Gesundheitsgründen hat sich die Zahl der aktiven Gruppenmitglieder vermindert, was die Arbeit der Gruppe nicht gerade erleichtert. Trotzdem wurden 2025 wieder vier attraktive Ausstellungen mit dazugehörigen Rahmenveranstaltungen der Reihe „Wein, Wasser, Worte zur Kunst“ durchgeführt. Für die erste Ausstellung 2026 „Perspektiven der Fotografie“ wurde mit Prof. Dr. Julia Dissel einmalig eine fremde Kuratorin gewonnen. Ungewöhnlich ist das Konzept der aktuellen Ausstellung „Der persönliche Blick“ – Biennale am Main 2026, das in Kooperation mit drei weiteren Partnern, dem Kunsthaus Taunusstein, dem Kunstforum Flörsheim und der Ateliergemeinschaft Alte Wäscherei Offenbach erstellt wurde.
Demokratie-betonte Veranstaltungen gut besucht
Das vergangene Jahr der Gruppe Musik, Kleinkunst und Literatur (MKL) war geprägt von Demokratie-betonten Veranstaltungen wie der Lesung mit Dr. Klaus und Ingrid Jost „Freiheit – eine Herausforderung“. Das große Interesse des Publikums zeigte, dass man sich deutlich von politischen Extremen distanziert, sagte Sprecher Hubert Große-Venhaus. Diese Veranstaltungen wurden von offizieller Seite finanziell stark unterstützt, was insbesondere Hildegard Redmann und Doris Heintschel zu danken sei. Große-Venhaus appellierte an die Vereinsmitglieder, vermehrt Kunstforums-Veranstaltungen zu besuchen. Bei den letztjährigen Weihnachtskonzerten musste man Verluste hinnehmen. Das diesjährige Weihnachtskonzert mit der A-Cappella-Gruppe „Die Medlz“ wurde finanziell neu konzipiert; dabei übernehmen die Künstlerinnen fastAttraktive alle Risiken.
Alleinstellungsmerkmal Französisches Theater
Das Theaterensemble Kunstforum hat inzwischen fünf französisch-sprachige Inszenierungen auf die Beine gestellt und hat damit ein starkes Alleinstellungsmerkmal für das Kunstforum geschaffen, betonte Sprecher Patrick Rachor in seinem Vortrag. Die letzte Inszenierung „Ubu roi“ mit seiner von Macht und Geld korrumpierten Hauptperson zeigte verblüffende Aktualität. Für Frühjahr 2027 ist ein neues Stück geplant, eventuell „Der Kleine Prinz“. Im vergangenen Jahr war die Theater-Collage aus Werken von Georg Büchner höchst erfolgreich. Das Projekt Improvisation-Theater fand und findet großen Zuspruch und brachte bereits eine Reihe neuer Vereinsmitglieder. Für die Theatertage 2026 ist die Krimikomödie „Keine Leiche ohne Lily“ in Vorbereitung und für 2027 ist ein Shakespeare-Stück ins Auge gefasst. Gesucht wird nun eine Nachfolgerin für Hildegard Redmann, die als Maskenbildnerin zurücktrat. Patrick Rachor sprach ihr für ihr langjähriges erfolgreiches Engagement großen Dank aus.
Auf Zuschüsse und Unterstützung angewiesen
Schatzmeister Hans-Peter Allmann berichtete über die finanzielle Lage des Vereins und wies darauf hin, dass auch für das Kunstforum die Kosten davonlaufen. Der Verein ist auf Zuschüsse, Sponsoren und Förderer angewiesen, andernfalls könne er seine Veranstaltungen nicht so preisgünstig anbieten. Deshalb gebühre insbesondere der Stadt Seligenstadt und dem Kreis Offenbach, der Sparkasse Langen-Seligenstadt, dem Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main, der KulturRegion FrankfurtRheinMain, dem Kultursommer Südhessen, privaten Spendern und Kooperationspartnern großer Dank. Vorstand und Schatzmeister wurden von der Versammlung einstimmig entlastet.
Neuwahlen gab es nur wenige. Vorstandsvorsitzende Anne Kaiser-Kolb und Rechnungsführerin Brigitte Allmann wurden wiedergewählt. Zur neuen Beisitzerin wurde Christine Koneczny gewählt und herzlich willkommen geheißen.
